Mögliche Verhaltensmuster & Symptome des Partners

 

 

 

Fakt ist, dass es natürlich auch durchaus funktionierende Borderline-Beziehungen gibt. 

Keine Beziehung ist gleich, und somit sind die Strukturen und Dynamiken einer solchen Beziehung zwar oft erstaunlich ähnlich, aber niemals allgemeingültig! 

 

 

Sollten Sie jedoch Hilfe und Beratung suchen, weil sie sich (wieder) in einer Borderline-Beziehung befinden und die nachstehenden extremeren Beziehungs- und Verhaltensmuster auf Sie zutreffen,bin ich gerne für Sie da. 

- In einer Borderline-Beziehung kommen teilweise spezielle Verhaltensmuster und Symptome der Störung zum Tragen,

  welche diese unter Umständen schwer belasten und beeinträchtigen können.  

- Ein Großteil der Partner empfindet die Beziehung als eher schwierig und sehr wechselhaft, unverständlich sowie       

   häufig störanfällig.   

- Viele Partner beschreiben das Zusammenleben mit einem Borderliner so, als ob die bislang vorhandene Fähigkeit zur

   Setzung von Grenzen stark abnimmt und die Eigen- und Fremdwahrnehmung immer mehr verschwimmt. 

 

 

Gerade die Unberechenbarkeit der Betroffenen stellt für viele Partner eine große Belastung und Herausforderung dar. Daneben kann auch ein anklammerndes Verhalten des Borderliners als Einschränkung wahrgenommen werden und der Angehörige erlebt den Borderliner dann oftmals als äußerst dominant und manipulierend.  

 

 

Hoffnung vs. Enttäuschung

 

  

Auch das häufige Schwanken zwischen Nähe und Distanz sowie zwischen Aufwertung und Entwertung stellt für den Partner eine Last dar. Immer wieder schwebt er zwischen Hoffnung und Enttäuschung. Somit entwickelt er im Laufe der Beziehung oftmals das Gefühl, dass der Borderliner ihn ausschließlich in den Extremen schwarz und weiß und nicht als Ganzes wahrnimmt, da es Zwischenstufen gar nicht zu geben scheint.

 

Ferner erlebt der Partner sich oft als Zielscheibe heftiger, unkontrollierter und unverständlicher Wutausbrüche, die in keiner Relation zur jeweiligen Situation stehen. In diesen Situationen ist es dann egal, wie der Partner handelt oder was er sagt, denn der Borderline wird es in diesem Moment gegen ihn verwenden.   

 

Daraus resultiert eine starke Enttäuschung seitens des Angehörigen und das Gefühl, dass der Borderliner ihn nicht verstehen will. Auch können permanente Schuldzuweisungen eine manipulierende Wirkung beim Partner erzeugen. Sein Selbstbewusstsein und seine Wahrnehmung leiden stark unter der Kritik und den Unterstellungen, so dass Situationen häufig nicht mehr realistisch eingeschätzt werden können.

  

So kommen im Verlauf der Beziehung bei dem Angehörigen Zweifel auf, ob seine Gefühle und Gedanken überhaupt auf Liebe, Verständnis und Sympathie stoßen.  

  

Ferner ist es auch möglich, dass er Angst um sich selbst hat, da der/die Betroffene in seiner plötzlichen Wut teilweise unangemessen verbal oder handgreiflich reagiert.  

  

 

Mögliches Problem: Zunehmende Isolation und Verwirrung des Borderline-Partners

 

 

Stark zunehmende Verlustängste, ein gefühlter "Liebesentzug", Selbstvorwürfe oder Schuldgefühle gegenüber dem Borderliner können Gründe dafür sein, warum der Angehörige den Kontakt zu Freunden, Bekannten oder Verwandten vernachlässigt oder gar abbricht und er somit durch die zunehmende Isolation von seinem Umfeld mit seinen Problemen sich selbst überlassen bleibt. Viele Partner sehen sich zunehmend mit der Angst vor einer erneuten oder endgültigen Trennung konfrontiert. 

Ein vor der Beziehung gelebter stabiler Lebensrhythmus gerät spätestens nach Abnahme der Idealisierungen durch den Borderliner nicht selten aus der Bahn.  

 

Bislang ausgeübte Hobbys oder Freizeitaktivitäten werden vernachlässigt oder in Gänze  eingestellt, um den Vermutungen, Vorwürfen oder auch Ängsten des Borderline-Partners keine Angriffsfläche bieten zu können.  

 

Tatsächlich verlieren einige Partner von Borderlinern im Laufe der Beziehung fast jeglichen Kontakt zu Freunden und Kollegen, teilweise sogar zur eigenen Familie.

Das Umfeld des Borderline-Partners ist in der Regel allerdings von Beginn an mit dessen Sorgen und Nöten überfordert, da die häufig vorkommenden Merkmale und wechselwirkenden Mechanismen in einer solchen Beziehung als "anormal" oder "krank" wahrgenommen werden.

  

Somit ist es dem Angehörigen dann praktisch verwehrt, sich mit anderen über Situationen innerhalb der Beziehung und der eigenen Gefühle auszutauschen.  

 

Teilweise reagiert er dann mit Wut auf persönliche Anfeindungen seitens seines Borderline-Partners und er versucht, durch Verdrängung das Verhalten zu rechtfertigen.  

Die Verwirrung darüber, ob denn nun dem realen Abwehrverhalten des Borderliners oder den kaum noch wahrzunehmenden "guten" Beziehungsmomenten zu trauen ist, nimmt zu. Daraus resultiert dann auch die Neigung, kleinste "Verbesserungen" als großen Fortschritt in der Beziehung zu deuten.

    

Weiterhin ist es denkbar, dass der Partner sich eine „Habachtstellung“ aneignet. Dadurch versucht er Vorhersagen zu treffen, wann das "Borderline-Verhalten" wieder einsetzt und er versucht, sich darauf vorzubereiten. 

  

Er vermeidet praktisch, von der Wut oder den Ängsten des Borderline-Partners und den daraus folgenden Verhaltensweisen überrascht zu werden. Die Konditionierung auf die jeweilige Stimmung des Borderliners bedingt somit eine psychische und physische Belastung des Partners ("innerer Stress") bis hin zu einer totalen Erschöpfung.    

Trotz dieser Vermeidungsstrategie haben Borderline-Partner dann oft die Neigung, eine trotzdem aufkommende Stress-Situation zwar augenblicklich beurteilen zu können, jedoch die Reaktion darauf wie ein Reh vorm Scheinwerfer aufzuschieben oder (auch) diese Situation praktisch auszusitzen.  

  

  

 Mögliche Symptome: Selbstaufgabe, Suchtverhalten, Depression, körperliche Stresssymptome   

  

  

Zusätzlich kann der Partner ein Suchtverhalten wie exzessives Trinken oder Drogen-/Medikamentenmissbrauch entwickeln. Dies stellt für ihn möglicherweise die einzige Bewältigungsstrategie dar, um mit der Belastung und dem Stress umzugehen. In Verbindung mit der Vernachlässigung von Hobbys und/oder Freundschaften sowie einer möglichen Isolation von der Außenwelt wächst die emotionale Abhängigkeit zum Borderliner weiter und begünstigt dadurch die Entstehung einer Depression. 

  

Ferner können sich beim Partner typische Stresssymptome wie Kopfschmerzen, Magenbeschwerden, ein zu hoher Blutdruck oder andere Beschwerden, unter anderem bedingt durch unregelmäßiges Essen, einstellen. Auch Stimmungsschwankungen sind bei ihm häufig in einer solchen Beziehung anzutreffen.  

Des weiteren kann er teilweise Gefühls- und Gedankenmuster des Borderliners übernehmen und schwingt dann praktisch zugunsten einer Anpassung an ihn mit.

Fühlt sich dieser z.B. in einem Hoch, fühlt sich der Partner gut, hat der Borderliner hingegen ein Tief, geht es auch dem Partner schlecht.  

 

Somit wird im Laufe der Beziehung häufig eine Bereitschaft entwickelt, sich selber mehr und mehr aufzugeben, nur um aus Überzeugung heraus den Borderliner und die Partnerschaft nicht aufzugeben.

  

Trotz des widersprüchlichen und destruktiven Verhaltens der Borderline-Persönlichkeit und der daraus entstehenden Vernachlässigung eigener Bedürfnisse fühlen sich viele Partner nicht im Stande, die Beziehung zu beenden und es erfolgt stattdessen ein emotionaler oder physischer Rückzug, welcher jedoch unweigerlich dazu führt, dass der Borderliner sich verlassen fühlt und so sein ausagierendes Verhalten gegenüber dem Angehörigen (wieder) verstärkt.  

 

Somit bedingt dieser Rückzug, oftmals auch in Verbindung mit einem zunehmend aggressiven Verhalten des Borderline-Partners, eine Bestätigung beziehungsweise den gesuchten "Beweis" für den Borderliner, dass er mit seinen Vorwürfen, Anschuldigungen und Vermutungen Recht hatte. 

 

 

 

In dieser Spirale stellt sich der Angehörige zwar zunehmend die Frage, warum er noch in dieser Beziehung verharrt. Aber eine in der Regel abnehmende Verantwortlichkeit für sich selber geht dann zu Lasten der Wahrnehmung, den Borderline-Partner entweder "retten" zu müssen oder die Beziehung unbedingt aufrecht zu erhalten. Es entsteht die Entschlossenheit, sich weiter zu bemühen, koste es, was es wolle.